Samstag, 23. September 2017

Enten, Kunst und Wasserburgen



So sieht es aus, wenn Enten unwissentlich das Spiegelbild einer Wasserburg zerschwimmen. Ein Schnappschuss vom Wochenende, Burg Vischering in Lüdinghausen.




Sonntagmorgen, strahlender Sonnenschein. Heute wird die StadtLandSchaft zwischen den Burgen Vischering und Lüdinghausen  mit einem deutsch-holländischen Kunstmarkt eröffnet. Kunst im Park. Genau richtig für einen Nach-Geburtstags-Ausflug.




Unterm Arm trage ich duftendes Zwiebelbrot, zu einem Ring gebacken. Ohne brauche ich gar nicht nach Hause kommen...




Es duftet sehr lecker hier ...




Das bekommen natürlich auch die Enten mit.  Ein ganzer Schwarm schwimmt schnell auf mich zu, kommt zielsicher an Land und fällt fast über mich her. Na, ich weiß mich zu wehren :) und mein Brot zu verteidigen.




Es macht mich glücklich, diese Ruhe hier zu spüren, das Herbstlicht, die Spiegelungen auf dem fast stillen Wasser zu sehen .




Die Burg ist momentan noch im Innenbereich wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, allerdings merkt man das kaum auf einem Rundgang, die Holzofenbäckerei und das Café Reitstall haben geöffnet.










Die Burg entstand im 13. Jh. als wehrhafte Anlage und entwickelte sich zum Stammsitz der Familie Droste zu Vischering, deren Eigentum sie heute noch ist.







    Diese Spiegelbilder heute finde ich faszinierend.














    Freundliche Baumwesen treiben sich hier herum.




Eines meiner Lieblingsfotos. Dann gehts aus der Burg hinaus in Richtung der neuen StadtLandSchaft, die nun angelegt ist und an deren Wegen heute ein deutsch-holländisher Kunstmarkt stattfindet.




Malerei - hier von Petra Wittmund - , Keramik, Taschen, Glas, Schmuck von vielen verschiedenen Künstlern (fotografieren war meist nicht erlaubt), vieles war sehr ansprechend.







Der Weg führt mich fast unbemerkt zur Renaissanceburg Lüdinghausen. Die ist gar nicht so weit entfernt - aber so verliebt, wie ich in die Burg Vischering bin, war ich bisher blind für sie, ja wusste nicht einmal von ihrer Existenz.




Der Kunstmarkt endet hier am wunderschönen VHS-Gebäude und zur Rechten führt der Weg weiter über eine Brücke zur Burg Lüdinghausen.




    Oh ja, das sieht interessant aus und weckt Vorfreude.




Der Ursprung der Burg Lüdinghausen liegt wahrscheinlich im Hochmittelalter. 1271 wurde sie das erste Mal urkundlich erwähnt und im 16. Jh. baute sie der Domdechant Gottfried von Raesfeld mit eigenen Mitteln im Auftrag des Domkapitels Münster zu einem ansehnlichen Domherrensitz im Renaissancestil aus.




Heute kann man die Burg kostenlos besichtigen. Der freundliche ältere Herr, der heute hier Dienst tut, erzählt mir gern einiges über die Geschichte der Burg.




Er führt mich zuerst in den Trausaal des Standesamtes. die Farben und das gesamte Ambiente finde ich sehr schön, auch wenn ich gerade keine Ambitionen in Richtung Ehe habe. Für den eventuellen Fall wäre es allerdings eine Option ;)




                     Die Gestaltung des Raumes stammt aus dem 19. Jh.







Der Kapitelsaal auf der anderen Seite wurde hier gerade für eine deutsch-französische Veranstaltung genutzt.




Die Wappen zeigen die familiäre und geistliche Herkunft des Hausherrn. Vier ununterbrochene Generationen adeliger Herkunft waren die Voraussetzung, hier tätig und wohnhaft zu sein.




                     Der Adam- und Eva- Kamin:




In "Stein gemeißelte" Lebensmittelpreise aus den Jahren 1573/74:







Skulpturen, die mit der geistlichen und herrschaftlichen Geschichte des Landstrichs zu tun haben,  säumen den Weg zwischen den beiden Burgen.




Im späteren Herbst werde ich wohl nochmal hinfahren und vor allem das neuentdeckte Schloss auf mich wirken lassen, samt Rundgang um die Wassergräben.




Euch allen ein schönes Wochenende!





verlinkt zu Andreas "Samstagsplausch"
und zu "Weekendreflections"

Mittwoch, 6. September 2017

Meerbilder

   
    Manchmal muss es Meer sein.




Eine Woche auf Norderney.
Am Anreisetag zogen die letzten Schauer ab und dann war es nur noch schön. Schön sonnig, manchmal windig, warm und erholsam.




Den Ankunftsnachmittag nutzten wir  zu einem Spaziergang an den Nordstrand und über die Insel, um zu schauen, was sich seit unserem letzten Besuch  im Sommer vor 6 Jahren verändert hat. Das war eine ganze Menge.




Vom Fenster unseres schönen  Zimmers aus  hatten wir Ausblick auf die kleine Kirche St. Ludgerus, die auch gleich noch eine Rolle spielen wird.  Diese schönen, beleuchteten Fenster hatten in der Abenddämmerung etwas heimeliges, die Kirchenglocken schlugen urlauberfreundlich, nicht zu früh, nicht zu laut und nicht zu lange.




Das ist eigentlich alles, was ich am Meer brauche:  die Weite des Meeres, den Himmel, die salzige Luft und möglichst die Füße im Wasser. Das Meeresrauschen hören,  die Sonne und den Wind auf der Haut spüren.  Am Wasser entlang laufen. Auch mal alleine.




Die kleine Kirche  nebenan war in der lebhaften Zeit der Ferien zum Ruhepunkt, einem temporären Erlebnisraum, umgewandelt worden.  Eine Ruheinsel. Klasse Idee.




 Zusammen mit dem Verlag Andere Zeiten hat die Kirche
eine kleine Broschüre mit interessanten Anregungen herausgegeben.  Achtsamkeitsübungen, u.a. in der Natur,
z.B."von den Vögeln lernen", eine andere Perspektive  auf unnötiges Sorgen und berechtiges Fürsorgen gewinnen, sich selbst spüren, ungewollte Ruhepausen (Warten) genießen...



Ein echter Ruhepunkt. Schweigen, Lesen, meditieren, Ruhe erleben, fühlen:











Die aus dem KirchenRaum herausführenden Anregungen betrafen u.a. die Thalasso-Plattformen, die es auf Norderney gibt:




Aussichtspunkt, Ruhepunkt, Atempunkt. Da dieser nicht barrierefrei ist, hat man noch zwei andere, einfacher zu erreichende Thalassoplattformen gebaut .







Wir liehen uns Fahrräder und besuchten uns bereits bekannte Orte, die "Weiße Düne". Ein Meer an Fahrrädern trafen wir an, uns war schon klar, dass das hier kein Ruhepunkt ist, aber ein sehr schöner, lebhafter Ort.





Am Abend dann Sonnenuntergang gucken an einem anderen Fixpunkt der Insel, der "Milchbar".
Auch mit ganz vielen anderen Menschen. Weil es so schön ist, die Sonne versinken zu sehen.







Ein anderer, wunderbarer Ort ist das Bade:Haus.  Ein Feuer - und Wasser-"Tempel". Mir genügte die Wasser-Ebene. Es gibt diverse schöne warme Bewegungsbecken (Meerwasser), kalte, heiße Becken, eine Salzgrotte mit einem Salzgehalt ähnlich dem Toten Meer und ein schönes Außenbecken.

Und Ruhe. Zum Genießen.




     Ein ganz entspannter Tag.




    Blick auf die Wetterfahne der  kleinen Kirche nebenan.
    In meinem Post über Musik habe ich neulich auch vom Warschauer Symphonie-Orchester erzählt.
    Wir hatten das Glück, sie wieder hören zu können, diesmal im Kursaal im Conversationshaus.




Meist werden in diesen recht kurzen, kostenlosen Konzerten bekannte oder kurzweilige Stücke   gespielt.




Ich hatte unglaubliches Glück, hinter diesem kleinen Jungen zu sitzen. Ich schätze ihn auf 4 oder 5 Jahre. Er spielte auf seiner recht detailreich handgefertigten kleinen Geige  "mit". Er beherrschte alle möglichen Griffe, Arten zu streichen oder zu zupfen. Und er hatte Leidenschaft für die Musik.
Es war einfach nur schön, diesem Kind  zuzuschauen. Er sprach polnisch, Vater oder Mutter spielten im Orchester mit...




                                                       Sand nicht nur am Strand...




    Ein letzter Spaziergang morgens noch am Strand und dann ging schon bald unser Schiff an Land.




     Bye bye, Norderney! Ich komme wieder.